Ansaat- und Pflegeanleitung für die Saummischungen

Saummischung_1

Charakteristik und Anwendungsbereiche
Säume finden sich in der Natur meist als lineare Randstrukturen. Sie besitzen in der Regel einen hohen Kräuteranteil oder bestehen ausschließlich aus Kräutern. Durch ihren Blütenreichtum finden sich u.a. zahlreiche Schmetterlinge, Hummeln und Wildbienen ein. Bereits im 1. Wuchsjahr kommen bei termingerechter Aussaat die einjährigen Arten zum Blühen. Die Höhe der Säume beträgt nach vollständiger Entwicklung durchschnittlich 60-120 cm – einzelne, besonders attraktive Arten ragen auch darüber hinaus. Die Saatgutmischung eignet sich z.B. zur Ansaat entlang von Gebäuden und Wegen oder auf wenig genutzten Flächen und Randbereichen.

Folgende Punkte sind bei einer Neuanlage zu beachten:


Bodenbearbeitung

Vor der Einsaat ist das Unkraut zu entfernen, der Boden zu lockern und eine feinkrümelige Bodenstruktur für das Saatbeet herzustellen.

Aussaatzeitraum und Ansaatmenge
Mitte März bis Anfang Mai oder Mitte August bis Ende September
Je nach Saum 2- 3,5 g/m² auf Kleinflächen und 20-30 kg/ha auf Großparzellen

Aussaat
Die Aussaat sollte auf mageren Boden erfolgen. Bei fetten Böden empfiehlt es sich, diese mit Kalksplitt, Kies oder Sand abzumagern und danach mit einer dünnen Humusauflage als Keimlingsbett auszustatten. Das Saatgut kann zur leichteren Aussaat mit trockenem Sand, Sägemehl oder mit geschrotetem Korn auf 5-10 g/m² bzw. 50-100 kg/ha gestreckt werden. Damit wird eine gleichmäßige Aussaat der feinen Samen erzielt. Die Aussaat sollte obenauf und kann bei kleinen Flächen breitwürfig von Hand erfolgen. Dabei wird je die Hälfte des Saatgutes einmal längs und einmal quer über die Fläche gesät. Bei größeren Flächen kann die Saatgutmischung mit der üblichen landwirtschaftlichen Saattechnik ausgebracht werden. Hierbei ist es wichtig, Striegel und Säscharen hochzustellen. Eine Einarbeitung des Saatgutes sollte entfallen, denn in der Praxis fallen die Samen genügend tief in die Spalten und Hohlräume des Bodens. Wichtig ist der Bodenschluss der Samen, der am besten durch Anwalzen und Andrücken des Saatgutes erreicht wird.
 

Geduld

Die ersten Keimlinge erscheinen bei feuchtem Boden nach zwei bis drei Wochen. Die Entwicklung der Wildpflanzen erstreckt sich über eine ganze Vegetationsperiode. Einige Samen sind hartschalig und keimen erst im folgenden Frühjahr.

Pflege
Säume werden, im Gegensatz zu Wiesen, in der Regel nicht oder nur einmal jährlich gemäht. Wenn aus optischen Gründen gewünscht, können bereits im Herbst trockene Pflanzenteile entfernt werden. Andernfalls die trockenen Stängel erst vor dem Neuaustrieb der Kräuter im Frühjahr zurückschneiden, damit die hohlen Pflanzenstängel zahlreichen Nutzinsekten als Winterquartier dienen können.

Sollten Problemunkräuter auftauchen, können nach Bedarf folgende Maßnahmen angewendet werden:
  • Bei starkem Aufkommen einjähriger Ackerunkräuter zeitnah bei einer Bestandshöhe von 30-40 cm mähenoder mulchen
  • Ackerkratzdisteln im 1. Jahr zu Blühbeginn durch mehrmaliges Mähen eindämmen oder ganz ausreißen
  • Distelnester aus dem Bestand herauspflegen, um Nachbarflächen vor Samenflug zu schützen
Düngung
Sollte unterlassen werden!

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und gutes Gelingen bei Ihrer Aussaat.