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29.09.2011, 16:05 Uhr
CDU-Fraktion für den Erhalt des Grundschulstandorts Schreibershof
Entscheidung fiel nicht leicht
Rund um den Fortbestand einzelner Grundschulen ist in Drolshagen ein öffentlicher Streit entstanden. Die CDU-Fraktion hat Verständnis für beide Seiten. Da jedoch zwingend eine Entscheidung zu treffen ist, sind die Argumente gegeneinander abzuwägen.
Eltern aus Drolshagen selbst und aus einzelnen Ortsteilen befürchten, ihre Kinder dürften ab dem Schuljahr 2011/2012 evtl. nicht mehr die Gräfin-Sayn-Grundschule besuchen. Sie fordern daher die Schließung der Grundschule in Schreibershof.

Nach Informationen der Stadtverwaltung würden voraussichtlich ca. zehn Schülerinnen und Schüler, die nach bisher geltenden Regelungen in Drolshagen unterrichtet worden wären, zukünftig den Teilstandort einer neu zu schaffenden „Gräfin-Sayn“-Verbundschule in Schreibershof besuchen.

Im Gegensatz dazu haben Bürgerinnen und Bürger aus Schreibershof Sorgen, bei einer Schließung der Grundschule ein weiteres wichtiges Stück Infrastruktur ihres Dorfes könne leichtfertig verschwinden.

Nach den Vorberatungen im Ausschuss „Bildung und Soziales“ am 14.09.2011 und einer internen Arbeitskreissitzung spricht sich die CDU-Fraktion mehrheitlich für die Schaffung einer Verbundschule und den damit einhergehenden Erhalt der Grundschule Schreibershof aus.

In Abwägung der Argumente beider Seiten wiegen die Interesse des dörflichen Standorts schwerer als die vermeintlichen „Nachteile“ einer geringen Zahl Betroffener, die zz. von niemandem bestimmt werden können

Rückblickend ist die CDU der Auffassung, dass in der Vergangenheit dörfliche Schulstandorte viel zu leichtfertig preis gegeben wurden. Ein zentraler Lebensbereich ist so aus den kleineren Ortschaften verschwunden. Ist die Aufgabe einmal erfolgt, gibt es kein Zurück mehr.

Natürlich ist sich die CDU-Fraktion bewusst, dass Veränderungen aufgrund des demografischen Wandels zu ernstzunehmenden Ängsten der Betroffenen führen. Es darf aber nicht verkannt werden, dass die Grundschule in Schreibershof, wie alle Drolshagener Schulen, einen sehr guten Ruf hat und sich in einem hervorragenden baulichen Zustand befindet.

Hinweise einer anderen Fraktion, die Stadtverwaltung und der Rat müssten 15 – 20 Jahre vorausschauend planen, werden als Wunschdenken zurückgewiesen. Natürlich müssen strategische langfristige Ziele angesteuert werden. Dies jedoch exakt für eine Bevölkerungsentwicklung zu tun, gegen die derzeit von mehreren Seiten mit vielfältigen Mitteln angekämpft wird, muss als utopisch angesehen werden. Die CDU-Fraktion schließt jedoch ausdrücklich nicht aus, dass bei einem anhaltenden Schülermangel die Schreibershofer Grundschule in wenigen Jahren doch der demographischen Entwicklung zum Opfer fallen könnte.

Die CDU-Fraktion fordert, dass möglicherweise betroffene Eltern frühestmöglich erfahren, welche Schule ihr Kind aller Voraussicht nach besuchen wird. Wir vertrauen darauf, dass eine sachgerechte Verteilung der Kinder auf die beiden Standorte durch die Schulleitung erfolgt. Die CDU wird sich erweiterten Betreuungsangeboten in Schreibershof, sollten diese nachgefragt werden, sowie der Bereitstellung eines angemessenen Schülerfahrverkehr nicht verschließen.



Für die CDU-Fraktion Drolshagen:

Dieter Lienenkämper, Fraktionsvorsitzender, dieter.lienenkaemper@cdu-drolshagen.de

Georg Melcher, stv. Fraktionsvorsitzender, georg.melcher@cdu-drolshagen.de